Künstlerkollektiv der Isoo - Gallery / Iran

Mit der Werkschau der Gruppe Borjass präsentiert die OSTRALE Biennale derzeit eine vielseitige Besonderheit, die fast im Verborgenen entstand:

Zu sehen sind Werke einer jungen Künstlergruppe aus der iranischen Stadt Amol, einer Stadt im Norden des Irans nahe des Kaspischen Meeres in der Provinz Mazandaran gelegen. Von Teheran aus erreicht man die Stadt nach einer zirka dreistündigen Autofahrt durch die gigantischen und eindrücklichen Berge des Elbrus-Gebirges. Noch nie wurden die Arbeiten dieser jungen Künstler außerhalb des Irans gezeigt – bislang waren sie nur bei Ausstellungen im eigenen Land, unter anderem in Teheran, zu sehen. In ihren Werken setzen sich die Künstler mit ihrem Leben, ihrer Umgebung, ihrer Gesellschaft und ihrer eigenen inneren Gedankenwelt auseinander.

Zu entdecken sind Geschichten, die hier – außerhalb des Irans – eine andere, neue Deutung erhalten können. Das künstlerische Arbeiten, so ein Mitglied der Gruppe, gibt den jungen Iranern einen Freiraum, lehrt sie und erfüllt sie.

Die Gruppenausstellung steht unter dem Titel „The Range . Der Bereich". Sie zeigt neben Öl- und Acrylbildern unter anderem Zeichnungen von Akbar Nematirad, die auf den Betrachter wie Standbilder aus einem Film von Fellini wirken – sie erzählen von Liebe und Gewalt, Straßenszenen verschmelzen mit einer Traumwelt, Perspektiven kehren sich um. Ebenso ist eine kraftvolle Kollektion von auf einem Straßenmarkt im Iran entstandenen Fotografien zu sehen, die uns eine universelle Geschichte von Leben und Tod und unseren Gewohnheiten erzählen, wie der Fotograf Hamed Ghasemi (21) mit seinen Worten sagt: „Human being colonizes anything he does not understand so that he replaces others-loving with others-devouring. While this turns to a habit in lifestyle, human get used to it. Therefore the tradition of animal-eating became a habit. The blood streams that follow down from the animal’s neck, his wondering eyes, his last scream as a suppressed sympathy, they all have become routines in our life. And falling to a habit is the greatest death that human being can face."

Martina de Maizière, Vorstand der Stiftung Kunst und Musik für DD: „Ich freue mich darauf, die jungen iranischen Künstler kennenzulernen und bin gespannt auf ihre Welt. Es wird eine Bereicherung für die Dresdner sein, ihre Perspektive zu erleben, kommen sie doch aus einem Land, in dem man dauernd mit persönlichen Einschränkungen umgehen muss."

Über die Borjass art group der ISOO Gallery

„Zusammen mit einigen Künstlern haben wir uns 2010 in Amol, einer Stadt im Iran niedergelassen, mit der gleichen Denkweise und unabhängig voneinander mit dem gleichen Ziel, die Sprache der Kritik zu entwickeln. Wir beschlossen, eine Künstler*innengruppe namens Borjass (das bewegliche Ziel in der Luft) zu gründen, während sich jeder Einzelne, basierend auf seinen eigenen Kompetenzen, verpflichtet hat, die politischen, soziologischen, psychologischen und spirituellen Aspekte des Menschen der heutigen Zeit zu studieren und zu untersuchen. Wir haben Kunstwerke vertreten, 2015 die Isoo Gallery gegründet und uns dabei auf die gemeinsamen Verbote und Notwendigkeiten konzentriert, die die Freiheit des Lebens einschränken. In den letzten Jahren unserer persönlichen und beruflichen Entwicklung haben wir unsere Ideen und Visionen mit iranischen und internationalen Künstlern geteilt und zeitgenössische Kunstprojekte wie zeitgenössische Gemälde, Videokunst, Performances, Sprachkunst und Assemblagen gestaltet, um unsere Vorstellungen zu reflektieren."

Künstlergruppe Borjass über die Ausstellung:

RANGE

Everything gets narrower than a strand of hair;

sometimes the most natural need looks so loose on an insecure border between being and not being

which makes it possible to break apart at any moment.

It is exactly when the relationship goes to oblivion,

when the love falls,

when the right of free choice disappears,

when the history seems so unreliable that we lose the past, present and future, and sometimes our cultural geography is forgotten.

Sometimes your fears make you convince to accept who you are,

but sometimes the fears make you try to look for your lost range.

 

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