Haydn Appleby

Kunst und Bodenwissenschaft im Dialog

Böden, unsere fundamentale Grundlage des Lebens, nehmen nicht mehr still und leise Eigenmächtigkeiten und Übergriffe in Kauf, sondern klagen an und wehren sich gegen diese Verletzungen. Die durch die Klimaveränderung und Übernutzung heraufbeschworenen globalen Katastrophen machen unser Abhängigkeitsverhältnis immer deutlicher. Diese Auswirkungen zeigen sich nicht zuletzt in den sich verändernden Ökosystemen und Landschaften auf der ganzen Welt.

Für das Ausstellungs- und Lehrprojekt "Down to Earth. Kunst und Bodenwissenschaften im Dialog" der Kustodie der TU Dresden wurden die international bekannten zeitgenössischen Künstler:innen Betty Beier (*1965), Anne Carnein (*1982), Veronika Pfaffinger (*1990) und Asad Raza (*1974) eingeladen, sich mit dem globalen Thema Boden als Naturkörper und Umweltmedium auseinandersetzen. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Bodenkunde und Standortslehre der TU Dresden schufen sie eigens für die Ausstellung ortsspezifische Kunstwerke. Die Ausstellung zeigt darüber hinaus historische und aktuelle Objekte aus den Lehrsammlungen der TU Dresden.

Zu Asad Razas "Root Sequence. Electric Company" in der Universitätsgalerie und der Installation "Pyramide Scheme" aus Neo-Soil sowie einer aktuellen Videoarbeit in der Galerie Ursula Walter findet sich eine Gruppe von "Kultivator:innen" bzw. "Caretakern" zusammen, die vor Ort verschiedene Aufgaben im Zusammenhang mit den Installationen übernehmen: Interaktion mit den Besucher:innen, Vermittlung des Werks sowie die Pflege der 26 lebenden Bäume in ihren Bodengefäßen.

Martina de Maizière, Vorstandsvorsitzende Stiftung Kunst & Musik für Dresden:

"Als Förderer unterstützen wir sehr gerne die Ausstellung "Down to Earth. Kunst und Bodenwissenschaften im Dialog". Die Auseinandersetzung mit der sich verändernden Umwelt bewegt uns alle, und dies in der künstlerischen Installation "Root Sequence. Electric Company“ umgesetzt zu sehen, wird ein interessanter Beitrag sein. Wir freuen uns auf die wissenschaftliche wie künstlerische Auseinandersetzung von Asad Raza, die im Anschluss an die Ausstellung dann dauerhaft auf dem Gelände der TU Dresden zu sehen sein wird."

 

Ausstellungsdauer:

4. Mai bis 8. Juli 2022

ALTANA-Galerie der Kustodie der TU Dresden

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7. Mai bis 18. Juni 2022

Galerie Ursula Walter

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Über ASAD RAZA

Ray Stonada

In seiner Arbeit erforscht der US-amerikanische Künstler Asad Raza oft einen dialogischen Austausch und bewegt sich jenseits disziplinärer Grenzen. Dabei begreift er Kunst als aktive, sinnliche Erfahrung und kombiniert menschliche, nicht-menschliche Akteur:innen und Objekte. Oftmals arbeitet Raza außerhalb des Museumskontexts und nimmt Bezug auf intime Räume.

Asad Raza studierte Literatur und Film an der John Hopkins University in New York sowie an der New York University. Er war von 2016 bis 2017 künstlerischer Leiter der Villa Empain in Brüssel und kuratierte zahlreiche Gruppenausstellungen, unter anderem bei der Venice Architecture Biennale sowie für das LUMA Arles.

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