International Art Grant

"Riot Fountain", Fundation NMAC, Cadiz, Spain, 2006; Photo: Fernando Sánchez Castillo

2015 vergibt die Stiftung Kunst & Musik für Dresden erstmalig ein „Artist-in-Residence-Stipendium“ an einen Bildenden Künstler. Aus fünf eingebrachten Vorschlägen wählte eine Fachjury den 1970 in Madrid geborenen Künstler Fernando Sánchez Castillo. Sánchez Castillo untersucht, wie kulturelle Erinnerung entsteht, wie sich gesellschaftliche und politische Macht formiert und welche Rolle historische Mythen dabei spielen. Er nutzt den öffentlichen Raum als Leinwand und Katalysator für seine Kunst. Über die Medien Film, Skulptur und Performance sucht er den Dialog mit seinem Publikum.

„Wir glauben, dass Fernando Sánchez Castillo gerade in Dresden, dessen Wahrnehmung von Geschichtlichkeit bestimmt ist, provokative Fragen und aktuelle künstlerische Positionen aufwerfen kann“, so Prof. Dr. Christoph Grunenberg, Vorsitzender der Jury. „In Spanien gehört er zu den wichtigsten Künstlern seiner Generation, in Deutschland ist sein Werk wenig bekannt. Wir hoffen, mit der Vergabe des Stipendiums an Sánchez Castillo eine spannende künstlerische Position nach Dresden und Deutschland zu holen.“

Fernando Sánchez Castillo freut sich auf seine Zeit in Dresden: “Ich möchte mich in der Stadt künstlerisch mit dem Erhalt, dem Wiederaufbau und der Zerstörung im öffentlichen Raum auseinandersetzen. Dabei werde ich mir Monumente und Dokumente anschauen. Mich interessiert, wie kollektive Erinnerungsorte entstehen und wie Kunst soziale Grenzen überwindet und dadurch Zukunft in multikulturellen Gesellschaften mit einem reichen Erbe gestalten kann. In meinen aktuellen Arbeiten untersuche ich auch, wie Musik und Tanz mitwirken, neue institutionelle und persönliche Beziehungen aufzubauen.”

Sánchez Castillo wird von Juli bis Dezember 2015 in Dresden wirken. Neben einem monatlichen Stipendium stellt ihm die Stiftung eine Wohnung und ein Atelier kostenfrei zur Verfügung. Das Atelier befindet sich im „Kunstraum geh8“, so dass Sánchez Castillo Anschluss an eine lebendige Dresdner Künstlergemeinschaft haben wird. Die öffentliche Präsentation der entstanden Arbeiten in Dresden ist ausdrücklich Ziel des Stipendiums. Die Stiftung wird in enger Kooperation mit dem Künstler und mit Partnern vor Ort aktiv dahin wirken, dass der Schaffensprozess für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht wird.

Das Internationale Kunststipendium lädt jährlich alternierend einen Bildenden Künstler und einen Gesangsmusiker aus dem Ausland ein, um in Dresden zu leben und zu arbeiten. Der Stipendiat soll sich bereits durch kreative, möglichst überregional wahrgenommene Projekte ausgezeichnet haben. Nach Fernando Sánchez Castillo wird 2016 ein Sänger, Komponist oder Dirigent das Artist-in-Residence-Stipendium erhalten. Das Stipendium wird in Kooperation mit Kulturpartnern realisiert. Mit dem Internationalen Kunststipendium in beiden Sparten möchte die Stiftung Kunst & Musik für Dresden den zeitgenössischen kulturellen Diskurs mitgestalten, frische künstlerische Positionen nach Dresden holen und zur Vernetzung der Kunststadt auf internationaler Ebene beitragen.

Die Jury/ Internationales Kunststipendium - Bildende Kunst 2015:

  • Dr. Hedda im Brahm-Droege, stellv. Vorsitzende im Aufsichtsrat der Droege Group, Mitglied der Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen e.V. und Kunstsammlerin

  • Prof. Dr. Hartwig Fischer, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

  • Prof. Dr. Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle Bremen (Vorsitzender der Jury)

  • Ralf Lehmann, Galerist, Dresden

  • Prof. Dr. Martin Roth, Mitglied des Stiftungsrates und Direktor des Victoria and Albert Museums, London

  • Klaus F. K. Schmidt, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und Kunstsammler

"Spitting Leaders"; Bronze Fountain, Soonsbeck, Arnheim, Niederlande, 2008; Foto: Fernando Sánchez Castillo"Madrid Treaty", Bronzeskulptur, PS1MOMA, 2004; Foto: Fernando Sánchez Castillo"Horse tail", Luxemburg, 2008; Foto: Fernando Sánchez Castillo

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