31.05.2016 11:29

First International Music Grant

Maximilian Schnaus, (c) Nicolas Kröger

Die Stiftung Kunst & Musik für Dresden vergibt 2016 erstmalig ein dreimonatiges „Artist-in-Residence-Stipendium“ im Bereich Komposition. Aus sechs eingebrachten Vorschlägen wählte eine Fachjury den 1986 im fränkischen Bad Neustadt geborenen Maximilian Schnaus, der aktuell an der Sophienkirche in Berlin-Mitte als Organist tätig ist. Maximilian Schnaus studierte Kirchenmusik und Orgel in Hannover und Amsterdam, u.a. bei Pier Damiano Peretti, Jacques von Oortmerssen, Gereon Krahforst und Ulfert Smidt. 2014 legte er in der Klasse von Leo van Doeselaar an der Universität der Künste Berlin sein Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Seine kompositorische Tätigkeit entwickelte er nach wichtigen Impulsen von Stephan Adam und Pier-Damiano Peretti weitgehend autodidaktisch. Er erhielt u.a. 2013 den Paul-Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein-Musikfestivals und 2015 den 1. Preis des internationalen Orgelwettbewerbs am Berner Münster.

„Wir glauben, dass die vielfältigen Klangwelten, die Maximilian Schnaus insbesondere, aber nicht nur für sakrale Räume schafft, für die Kulturstadt Dresden spannende Impulse im Bereich der zeitgenössische Musik setzen kann“, so Prof. Dr. Hans Bäßler, Vorsitzender der Jury.

Maximilian Schnaus, der im Rahmen des Internationalen Musikstipendiums der Stiftung von Mitte November 2016 bis Mitte Februar 2017 in Dresden leben und arbeiten wird, möchte die kulturelle Vielfalt und geschichtliche Komplexität Dresdens als Anregungen für seine Musik aufnehmen: "Die Stadt Dresden weist einen außergewöhnlichen Reichtum an Geschichte und Kultur auf, und steht zugleich für deren Gebrochenheit. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, in Dresden zu arbeiten, dort Inspiration für neue Werke zu sammeln, etwas von mir dort lassen und etwas von dort mitzunehmen."

Die Stiftung Kunst & Musik für Dresden stellt dem Musiker ein monatliches Stipendium und eine kostenfreie Wohnung zur Verfügung. Ausdrückliches Ziel des Stipendiums ist, Maximilian Schnaus in der Dresdner Musikszene eng zu vernetzen. “Die Stiftung wird in Kooperation mit dem Künstler und mit Ensembles und Institutionen vor Ort aktiv dahin wirken, dass Konzerte und Aufführungen in Dresden stattfinden, um den musikalischen Schaffensprozess öffentlich zu machen. Konkret angedacht sind u.a. Partnerschaften mit Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden und mit dem Dresdner Kammerchor,” so Martina de Maizière, Vorstand der Stiftung Kunst & Musik für Dresden.

Die jährlich alternierenden Kunststipendien der Stiftung, eines für Musik und eines für Bildende Künste, bündeln die Förderschwerpunkte der Stiftung, setzen eigenständige Impulse und tragen zur Vernetzung der Kunststadt Dresden auf internationaler Ebene bei. Mit dem Internationalen Musikstipendium, das 2016 zum ersten Mal vergeben wird, lädt die Stiftung alle zwei Jahre einen Musiker nach Dresden ein, der sich bereits durch überregional wahrgenommene Projekte ausgezeichnet hat.

Die gemeinnützige Stiftung Kunst & Musik für Dresden wurde 2012 von der Landeshauptstadt Dresden errichtet, um als unabhängiger Förderer von Musik, zeitgenössischer Kunst und kultureller Bildung Akzente in der Elbestadt zu setzen und die internationale Wahrnehmung Dresdens als Kulturmetropole zu stärken. Die Stiftung bündelt privates Engagement und ist Plattform eines überregionalen Netzwerkes, das sich für Kunst und Musik in Dresden einsetzt. 2016 hat der Stiftungsrat Projektförderungen von insgesamt rund 60.000,- Euro beschlossen.

Die Jury:

  • Prof. Dr. Hans Bäßler, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (Vorsitzender der Jury)
  • Dr. Thomas Hesse, Stiftungsratsmitglied
  • Dieter Jaenicke, Intendant HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden
  • Christoph Rademann, Künstlerischer Leiter des Dresdner Kammerchors und der Gächinger Kantorei Stuttgart
  • Wolfgang Rihm, Komponist
  • Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele  

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