11.11.2019 09:00

Internationales Kunststipendium 2020

Fatma Bucak ©N. Gokhan Yorganci

Fatma Bucak wird neue Stipendiatin der Stiftung Kunst und Musik für Dresden

Mit ihrer Projektbewerbung Writing Through Erosion“ hat sich die Künstlerin Fatma Bucak bei der diesjährigen Ausschreibung zum Artist-in-Residence-Stipendium der Stiftung Kunst und Musik für Dresden durchgesetzt. Die 1984 in der Türkei geborene Künstlerin wird im Frühjahr 2020 für vier Monate in Dresden leben und arbeiten.

Fatma Bucak wurde in der Türkei geboren und studierte Philosophie an der Universität Istanbul, Kunstgeschichte und Radierung in Turin an der Albertina Academy of Fine Arts, bevor sie ihren Master in Fotografie am Royal College of Art in London abschloss.

Die Fachjury begeisterte sie vor allem mit ihren jüngsten Arbeiten Damascus Rose“ und „Enduring Nature of thoughts“„Damascus Rose“ belebt einen Garten mit Damastrosen wieder. Diese Rosen sind mittlerweile eine vom Verschwinden bedrohte Art, da die syrischen Felder, auf denen sie wachsen infolge des Bürgerkriegs größtenteils aufgegeben wurden.
Ihre Arbeiten spiegeln unterschiedliche Aspekte von Geschichte und Traditionen wider, welche durch den philosophischen Hintergrund der Künstlerin geprägt sind und in installativen Räumen meist unter direktem Einbezug der Menschen präsentiert werden. Ihre Praktiken umfassen Performances, Fotografie-, Sound- und Videoarbeiten, welche politische Identität, kulturelle und geschlechtsspezifische Normen neu verhandeln. Sie untersucht dabei besonders das Wandlungspotenzial von Objekten sowie die Fragilität, die Irreversibilität und die Aussagekraft von Geschichte.

Fatma Bucak freut sich auf Ihre Zeit in Dresden: Als Künstler habe ich mich gefragt, wie Individuen von den politischen Kräften unserer Zeit definiert und herausgefordert werden und wie unsere Geschichte wiederum von der fragilen und angespannten Politik geprägt ist, die sich daraus ergibt. Was wird fallen gelassen und was bleibt? Writing Through Erosion‘ wird Teil einer kontinuierlichen Untersuchung der Wahrnehmung von Verlusten in der Öffentlichkeit, insbesondere des natürlichen Lebens, sein. Der partizipative Charakter dieser Arbeit wird mich anregen, in der Stadt mit verschiedenen Gruppen von Menschen arbeiten zu können, die mit mir die Frage nach einer Möglichkeit der Umkehrbarkeit aufgreifen wollen.

Bereits seit 2015 vergibt die Stiftung Kunst und Musik für Dresden ein Stipendium, jährlich alternierend für Musik und für Bildende Künste. So werden die Förderschwerpunkte der Stiftung mit einander verbunden, eigenständige künstlerische wie auch musikalische Impulse gesetzt und eine aktive Vernetzung der Kunststadt Dresden auf internationaler Ebene erwirkt.

Jury Kunststipendium 2020:

Dr. Hedda im Brahm-Droege – Stiftungsratsmitglied SKMfD
Dr. phil. h.c. Ingrid Mössinger 
– Direktorin Kunstsammlungen Chemnitz a. D. Nevin Aladağ – Künstlerin und Gastprofessur WS 2019/2020 HfBK
Michael Klipphahn 
– Kunstverein Galerie Stephanie Kelly e. V. Dresden Martin Rieckmann – Kuratoriumsvorsitzender SKMfD
Dr. Kathleen Reinhardt 
– Kuratorin Albertinum SKD

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